Willkommen im Schulgarten des GMG

Idee

Die Idee des Schulgartens

Mit dem Aufblühen der Naturwissenschaften ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Forderungen nach biologischem Anschauungsmaterial in der Schule immer lauter. In Folge dessen kam es vor allem in größeren Städten zu Gründungen von Anzucht- und Liefergärten für den Unterricht. Diese Gärten versorgten meist mehrere höhere Schulen mit Objekten für die naturkundlichen Themen. Diese Anzucht- und Liefergärten gaben den Stand der damaligen Wissenschaft wieder und ähnelten in ihrem Aufbau den Botanischen Gärten der Hochschulen.

Wie Eintragungen im Stadtarchiv der Stadt Bayreuth zeigen, gab es am Graf-Münster-Gymnasium, welches 1833 als „Königliche-Kreis-Landwirtschafts- und Gewerbeschule“ gegründet wurde, bereits kurz nach der Eröffnung einen ersten Schulgarten.

Idee des Schulgartens

Um 1880 entstand, ausgehend von ländlichen Regionen, ein zweites Motiv für Schulgärten. Als Folge der „Erziehung zur Arbeitsamkeit“ wurden immer mehr Arbeitsschulgärten ins Leben gerufen. Diese Gärten enthielten bereits verschiedene Bereiche und dienten nicht nur zur reinen Versorgung des naturwissenschaftlichen Unterrichts mit Anschauungsmaterialien, sondern zur praxisnahen Unterweisung der Jugendlichen.

Während der Arbeitsschulbewegung entwickelten sich weitere unterschiedliche Gartentypen. Neben Gärten mit Einzelbeeten für die Schüler gab es auch andere, die die gemeinschaftliche Erfahrungen der Klasse, z.B. durch Gestaltung größerer Bereiche wie Weihern oder Wiesen, stärken sollten. Als dritter Typus entstanden Gärten, in denen der Naturbeobachtung eine zentrale Rolle zukommen sollte und somit der naturwissenschaftliche Unterricht durch Erfahrungen in einem angelegten Biotop vertieft wurde.
Zwischen den beiden Weltkriegen wurden Schulgärten auch als Ort der zentral vorgegebenen körperlichen Ertüchtigung und der Freilufterziehung genutzt. Die lebendige Vielfalt der Schulgärten vor 1933 wurde durch das NS-Regime beschnitten und zur staatlichen Beeinflussung der Heranwachsenden missbraucht. So wurden Einzelbeete abgelehnt und besonders die gemeinschaftliche Ertragssteigerung beim Obst- und Gemüseanbau in den Vordergrund gestellt.

Dieses schwere Erbe sorgte dafür, dass die Schulgärten nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend an Bedeutung verloren. Erst ab 1980 wurden bundesweit im Rahmen einer „allgemeinen Ökologiebewegung“ wieder angelegte Kleinbiotope und Gärten als Teil vieler Gymnasien in das schulsche Leben integriert.
Zu dieser Zeit entstand auch der heute existierende Schulgarten des Graf-Münster-Gymnasiums, der bis zum jetzigen Zeitpunkt vielfach erweitert und umgestaltet wurde und das Erscheinungsbild der Schule mit geprägt hat.

Auszeichnungen

Ehrungen und Auszeichnungen für den GMG-Schulgarten

Der Schulgarten des Graf-Münster-Gymnasiums hat auf Grund seiner Vielfältigkeit und Einmaligkeit bereits mehrere Auszeichnungen und Ehrungen erhalten.

1988 wurde der erste Landeswettbewerb „Natur im Schulumfeld“ von den Bayerischen Staatsministerien für Landesentwicklung und Umweltfragen und für Unterricht und Kultus durchgeführt. Trotz der starken Teilnahme vieler oberfränkischer Schulen wurde der Schulgarten des Graf-Münster-Gymnasiums als einziger eines Gymnasiums bei dem Vorentscheid ausgewählt.

Eine besondere Anerkennung erhielt der Schulgarten im Jahr 1990 durch den Staatsminister für Bildung und Kultus, der sich von der „Vielfalt der Anlage“ und der „Differenziertheit des damit verbundenen didaktischen Konzepts“ beeindruckt zeigte.

1991 erhielt der Schulgarten beim „Die ganze Stadt im Wettbewerb“ eine dreifache Auszeichnung. Als einziger Schulgarten bekam der Garten des Graf-Münster-Gymnasiums den ersten Preis auf Stadt-, Landes und Bundesebene!

Im Jahr 1992 folgte zur Frühjahrsmesse in Leipzig eine Ehrung im Rahmen des Wettbewerbs „Der Umwelt zuliebe“.

1993 wurden in der Begründung des dritten Platzes des Wettbewerbs „Aktiv sein – für unsere Umwelt“ besonders das „Engagement der Lehrer bei der Erziehung der Schüler zum verantwortlichen Umgang mit der Natur sowie die Einzelaktionen, mit denen die Gymnasiasten diesen Gedanken auch an die Öffentlichkeit tragen“ betont.
Ferner wurde angeführt, dass das „Umweltteam des Graf-Münster-Gymnasiums zur aktiven Umwelterziehung einen Schulgarten geschaffen (hat), der seinesgleichen sucht.“

Gebäude und Bereiche

Gebäude und Bereiche des GMG-Schulgartens

Der heute existierende Schulgarten des Graf-Münster-Gymnasiums kann in einen östlichen und einen westlichen Bereich unterteilt werden.

Der westliche Teil des Schulgartens beinhaltet eine Trockenmauer sowie eine Kräuterspirale und mehrereBeete für Nutzpflanzen. Ein 30 Quadratmeter großer Weiher bietet nicht nur einheimischen Insektenarten ideale Lebensbedingungen, sondern dient auch für als „Quelle“ für chemische Wasseranalysen.
In diesem Teil des Schulgartens befinden sich außerdem ein Kakteengewächshaus und ein Baumlehrpfad.

Der östliche Teil enthält neben einem freistehenden Backofen, auch ein Fachwerkhaus mit fränkischemBauerngarten, ein Blockhaus und ein Gewächshaus für die Anzucht von Gemüse und Wildpflanzenraritäten, die später im Schulgarten ausgesät werden.
Neben dem Getreidebeet, einer Pilzzucht sowie einem Obstgarten mit Wiese, Grill und Gartentümpel enthält der dieser Teil des Schulgartens auch verschiedene Schülerbeete, die von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Schulgarten des Graf-Münster-Gymnasiums gepflegt und bepflanzt werden.

Wenn der Schulgarten bei schlechter Witterung oder im Winter nicht für Schulaktivitäten genutzt werden kann, findet die Arbeit der Arbeitsgruppe in den Räumen des Graf-Münster-Gymnasiums statt.

Dann basteln die Schüler Dekorationsgegenstände aus Naturmaterialien, gießen Kerzen oder verarbeiten frische Produkte aus dem Schulgarten. Somit ergibt sich ein abwechslungsreiches Programm für die Schüler, in dem die Pflege der Beete aber auch künstlerische Aspekte, wie Kerzen gießen oder Ostereier färben und viele weitere Aktivitäten enthalten sind.

Außerdem wird der freistehende Backofen regelmäßig zur Herstellung von köstlichem „GMG-Brot“ von den Schülern angeheizt.

Schulgarten AG

Die Schulgarten AG stellt sich vor

Für die Schüler der Unterstufe wird die freiwillige Teilnahme in der Arbeitsgruppe Schulgarten angeboten. Neben eigenen Beeten haben die Schüler auch die Möglichkeit an einem vielseitigen Rahmenprogramm teilzunehmen.
Dabei stehen, je nach Jahreszeit, verschiedene Aktivitäten und Projekte auf dem Programm.

Der idyllischste Ort des Graf-Münster-Gymnasiums ist der Schulgarten. Jäten, pflanzen, gießen und jede Menge Spaß haben, bietet das wunderschön gelegene Gärtchen. Doch nicht nur die Gartenarbeit steht bei dem wöchentlichen Treffen ganz oben, auch das Erhalten verschiedener Krabbeltiere, z. B. durch das Bauen von Insektenhotels. Bei diesen Aktivitäten werden die kreativen Seiten der Kinder hervorgebracht und der Spaß am Lernen unserer Umgebung gefördert.