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Das P-Seminar Physik besucht Firma des Bill Gates der Windenergie

Der Ingenieur Aloys Wobben hat in einer Garage 1984 angefangen, Windanlagen zu bauen. Heute zählt seine dort gestartete Firma Enercon zu den größten Produzenten von onshore Windenergieanlagen der Welt. Er wird daher auch als der Bill Gates der Windenergie bezeichnet. Einen Teilbereich dieser Firma, die Rothenseer Generatorenfertigung in Magdeburg, hat das P-Seminar Physik des Graf-Münster-Gymnasiums am 15.11.2016 besucht.

enercon

Die Schülergruppe des Graf-Münster-Gymnasiums beim Windanlagenbauer Enercon in Magdeburg

Der Besuch erfolgte nicht ohne Grund. An unserer Schule bauen wir seit einiger Zeit eine Windenergieanlage in Eigenregie. Ein früheres P-Seminar hat den Rotor entwickelt und gebaut, ein nachfolgendes Seminar hat den Rotor in einem Holzturm untergebracht. In diesem Schuljahr entwickelt und baut das P-Seminar Physik den Generator dieser GMG-Windanlage.
Wir hatten anfangs Bedenken, ob man uns eine Betriebsbesichtigung bei Enercon überhaupt ermöglicht. Aus Zeitungsberichten ist bekannt, dass der US-Geheimdienst (NSA) Enercon mit Hilfe von Echelon 1994 abgehört hat. Die so gewonnenen Daten sind der amerikanischen Konkurrenz weitergegeben worden. Enercon musste sich daraufhin komplett vom amerikanischen Markt zurückziehen. Bis auf das obige Gruppenfoto durfte auf dem Betriebsgelände nicht fotografiert werden.
Umso dankbarer sind wir, dass wir über zwei Stunden durch den Bereich Schaltschrankbau, Generatorenbau und Rotorbau geführt wurden und doch recht viel sehen konnten. Im ersten Bereich wurde uns erklärt, dass in der Gondel eines Enercon Windrades die Wechselspannung des Generators in Gleichspannung umgewandelt wird. Es wurden uns die Schaltschränke mit den auffälligen Thyristoren gezeigt, mit der die Gleichspannung bei sich ändernder Drehzahl des Generators konstant gehalten wird. Alle Anlagen der Gondel werden mit dieser Gleichspannung betrieben. Im Fuß des Turmes stehen Wechselrichter, die eine saubere Netzintegration der Anlage bewerkstelligen. Auch diese Schränke wurden uns gezeigt.
In der nächsten Halle standen die Maschinenträger, die Rotornaben und die Ringgeneratoren der teilgefertigten Windanlagen. Jeder Teilnehmer des P-Seminars hat bei der technischen Berufsbildung in Bayreuth gelernt, Stahl anzureißen, zu körnen und zu bohren. So konnte er erahnen, wie anspruchsvoll es ist, diese bis zu 60 Tonnen schweren Ungetüme auf den Millimeter genau zu fertigen. Unser GMG-Ringgenerator hat einen Durchmesser von ca. 1 Meter. Hier standen wir vor Generatoren die mehr als zehnmal so groß waren. Die Toleranzen dieser Maschinen waren jedoch geringer als die unseres Generators.
Der letzte Bereich, der uns gezeigt wurde, waren die Hallen in denen die bis zu 60 m langen Flügelblätter gefertigt werden. Glasfaserbahnen werden bis zu einer Paketstärke von 10 cm in Formen verlegt und unter Vakuum mit Harz getränkt. Die Halbschalen werden dann zusammengefügt, versteift, geschliffen und lackiert. Die Fertigung dieser riesigen Hightechprodukte hat uns fasziniert.
Wir möchten uns bei der Firma Enercon für diese Erfahrung bedanken. Beim Verlassen des Firmengeländes waren wir fast überzeugt, die Lösung für unser Klimaproblem gefunden zu haben. Saubere Energie ohne die für unsere Atmosphäre nachhaltig schädlichen Emissionen. Leider relativiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie diese Hoffnung. Das Ministerium zeigt durch ihre Zahlen auf ihrer Website, dass die erneuerbaren Energien aus Wasser-, Windkraft und Fotovoltaik für die Energiewende in Deutschland eigentlich unbedeutend sind. So betrug im Jahre 2015 der Anteil von Wasser-, Windkraft und Fotovoltaik am Primärenergieverbrauch der Bundesrepublik nur 2,9 %. Der klimaschädliche Energieanteil aus Mineralöl, Stein- und Braunkohle, Erdgas und Erdölgas betrug letztes Jahr hingegen 79,5 %. Aus den Zahlen ergibt sich, dass es trotz großer Anstrengungen bis jetzt nicht gelungen ist, die klimaschädlichen Energieträger wirkungsvoll zu ersetzen. Die Teilnehmer dieses P-Seminars kennen diese Herausforderung. Es kommen große technische Aufgaben auf uns zu.
Das GMG-Windrad-Team
Bayreuth, 16.11.2016

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