Im Demonstrationslabor Bio-/Gentechnik der Universität Bayreuth dem Täter auf der Spur

Bayreuth, 28.3.2019. Es ereignete sich ein … naja, jetzt einmal langsam. Ein Verbrechen hat ja zum Glück nicht stattgefunden. Allerdings durften die Schülerinnen und Schüler des biologisch-chemischen Praktikums und die Schülerinnen und Schüler des Biologiekurses 1b12 unserer Schule in die Rolle eines Forensikers schlüpfen. Der Auftrag: DNS isolieren, vermehren, sichtbar machen. Denn nichts anderes ist der Job eines Forensikers bei einem wirklichen Verbrechen. Hört sich einfach an, ist es aber nicht unbedingt. Hohe Konzentration und eine geduldige, vor allem außerordentlich sorgfältige Arbeitsweise im Team wurden den Jungwissenschaftlern abverlangt. So viel kann man schon einmal verraten: Zum Schluss hat Herr Dr. Scharfenberg, der das Praktikum leitete, unseren Schülerinnen und Schülern ein dickes Lob ausgesprochen, weil genau das wirklich super funktionierte.

Und dabei war das Motto wie so oft zuerst: Übung macht den Meister. Denn bevor es mit der Arbeit an der DNS losgehen konnte, erfolgte durch Herrn Dr. Scharfenberg eine Einführung in die Arbeitsweise mit den für unsere Schülerinnen und Schüler teilweise unbekannten Geräten. Oder wissen Sie, werter Leser, was ein Vortexer ist? Ich verrate es: Das ist ein echt cooler Reagenzglasschüttler („Das fühlt sich gut an!“). Dabei wurde er sehr tatkräftig von vier Studentinnen unterstützt. Ach, was rede ich. Die vier jungen Kolleginnen waren ganz toll vorbereitet und durften (ja, man könnte auch sagen, dass sie das im Rahmen ihrer Ausbildung zur Lehrerin machen mussten, aber die vier hatten wirklich Freude an ihrer Arbeit gehabt!) auch bestimmte Teile des Praktikums leitend durchführen. Da gibt es jetzt einmal von mir und meinen Schülerinnen und Schülern ein dickes Lob zurück! Ganz toll gemacht!

Die Vorübungen wurden mit einem blauen Farbstoff durchgeführt. Dabei lernten unsere Schülerinnen und Schüler wie man mit den teuren Eppendorfpipetten winzige Volumina im Mikroliterbereich abmessen kann. Außerdem mussten sie selbst ein Agarose-Gelkissen in Petrischalen ausgießen und Taschen für potenzielle Proben anlegen. Auch der fachgerechte Umgang mit einer Zentrifuge und deren richtige Bedienung will schließlich gelernt sein. Hört sich wieder einfach und trivial an, ist es aber auch wieder nicht unbedingt. Da die Durchführungen der eigentlichen Experimente durchaus anspruchsvoll waren, sollten mögliche methodische Unsicherheiten ausgeräumt werden – und das ist auch wirklich gelungen.

Der Hauptteil im Demonstrationslabor gliederte sich in drei große, perfekt organisierte Abschnitte:

  1. Isolierung des Erbgutes aus menschlichen Schleimhautzellen
  2. Polymerase-Kettenreaktion (PCR) mit dem Minisatelliten-System D1S80
  3. Durchführung der Agarose-Gelelektrophorese zur Auftrennung der DNS-Proben

Ich möchte hier darauf verzichten die wirklich umfangreichen Anleitungen zu den Experimenten niederzuschreiben. So viel ist und war sicher: Schritt für Schritt kamen alle dem Erfolg langsam näher.

Sodass schließlich die Gelkissen der Gelelektrophorese unter die UV-Lampe gelegt werden konnten und das Bild mittels eines Computers verarbeitet werden konnte. Die Ergebnisse wurden nun analysiert und, ja, das ist dann die Stelle mit dem dicken Lob. Ein Fall hätte tatsächlich aufgeklärt werden können. Dass die Arbeit eines Forensikers auch im juristischen Sinn etwas komplexer ist, konnten unsere Schülerinnen und Schüler dabei auch lernen. Ebenso interessant (Frau Schreiner und ich haben auch noch was dazugelernt) waren die weiteren Ausführungen von Herrn Dr. Scharfenberg. So wie unsere Schülerinnen und Schüler an diesem Tag gearbeitet haben, genauso arbeiten neben Forensikern auch Historiker bei einer Stammbaumanalyse, Analytiker aus der Lebensmittelbranche, Archäologen und Evolutionsbiologen sowie Mediziner in der Diagnostik von gefährlichen Krankheiten wie zum Beispiel Krebs. Mit vielen Eindrücken und Erlebnissen verließen wir am späten Nachmittag das Demonstrationslabor und die Universität. Vielleicht findet sich ja der eine oder die andere hier oder in einem ähnlichen Labor irgendwann einmal wirklich wieder bei der Aufklärung eines Falls.

Oliver Schinköthe

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