HTL und NMB am Vormittag – oder:

Exkursion des Chemiekurses Q11 zu naturwissenschaftlich-technischen Forschungseinrichtungen in Bayreuth-Wolfsbach

Am 12. Juli besuchten die Chemieschüler der 11. Jahrgangsstufe mit ihren Chemielehrern das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau  (HTL) und die Neue Materialien Bayreuth GmbH (NMB).

Wer bei Keramik bisher v.a. an Frühstückstasse oder Toilettenschüssel dachte, lernt im HTL bald, dass es sich bei technischer Keramik um einen Hightech-Werkstoff mit faszinierenden Eigenschaften handelt, welche zudem z.B. durch den Herstellungsprozess stark verändert und beeinflusst werden können. Keramik ersetzt mittlerweile in vielen Bereichen wie Maschinenbau und Medizintechnik Teile, die früher aus schwererem Metall gefertigt wurden. Das HTL entwickelt Hochtemperaturmaterialien sowie Messverfahren und –geräte für deren Produktion und Qualitätskontrolle. Wir waren beeindruckt von den technischen Geräten in den großzügigen Räumen des Technikums (eine Einrichtung im Größenmaßstab zischen Forschungslabor und Industrieanlage). So durften wir einen Blick auf Hochtemperaturöfen, thermo-optische Messgeräte und 3D-Drucker zur Herstellung von keramischen Bauteilen werfen. Besonders zukunftsträchtig ist wohl die Entwicklung von Verbundwerkstoffen aus Keramik und verschiedenen Fasern, die teilweise bereits praktische Anwendung gefunden haben oder erst noch grundlegend erforscht werden. Als besonders beeindruckend empfanden die Schüler neben den Ausmaßen der Anlagen die technischen Möglichkeiten, bereits bekannte Materialien und Prozesse zu optimieren.

Anschließend erhielten wir im Nachbargebäude einen interessanten Einblick in die Neue Materialien Bayreuth GmbH, eine Forschungseinrichtung, die einerseits zusammen mit Universitäten Grundlagenforschung betreibt, andererseits auch mit Anwendern zusammenarbeitet. So erfuhren wir, dass die Entwicklung eines besonders leichten Armaturenbretts eines oberbayerischen Autos und die einer federnden Sohle eines Sportschuhes aus Mittelfranken hier entscheidend beeinflusst wurden. In einer gut gestalteten Ausstellung konnten wir unter fachkundiger Führung von zwei Doktoranden – einer ein ehemaliger GMG-ler aus Bayreuth, der andere ein chinesischer Forscher – erfahren, wie hier anwendungsbezogen neue Verfahren zur Verarbeitung von Kunststoffen und Metalllegierungen entwickelt werden.

Während in der Schule in den Naturwissenschaften v.a. Grundlagen vermittelt werden, erhielten wir an diesem Vormittag einen guten Einblick in technische Prozesse und wie durch Teamarbeit und Vernetzung von Fachleuten verschiedener Richtungen neue Ideen entstehen und umgesetzt werden können. Zudem beeindruckte die großzügige Architektur und Einrichtung der Institute, z.B. ist die Fassade des HTL so mit Keramikplatten verkleidet, dass der Eindruck des maschenartigen Musters aus kleinen Rissen einer Krakelee-Keramikglasur entsteht.

Nicht zuletzt erfuhren die Schüler von den kompetenten Führern in den beiden Forschungseinrichtungen Interessantes über berufliche Möglichkeiten im Bereich der Materialwissenschaften. Vielleicht motiviert der Vormittag in Bayreuth-Wolfsbach den einen oder anderen, über eine naturwissenschaftliche oder technische Berufswahl nachzudenken.

  1. Heinz, J. Schönberger, U. Weinrich

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