Unterwegs mit der Zeitmaschine

Von Neele Boderius

„Plötzlich blieb sein Blick an etwas haften. Nicht an den dicht wachsenden Sträuchern und jungen Birkenbäumchen am Waldrand, viel mehr an dem, was sich dazwischen zu bewegen schien, etwas Großes, Schwarzes. Max glaubte sogar zwei leuchtende Augen zu sehen. Ihm wurde kalt. Es war, als legte sich ein Schatten auf seine Seele. Wurde er beobachtet?“Das klingt ganz schön spannend, oder? Es ist ein Ausschnitt aus dem Buch: “Der gefährliche Traum“ . Daraus und aus „Oskar und das Geheimnis der verschwundenen Kinder“ hat die Kinderbuchautorin Claudia Frieser in den vergangenen zwei Wochen den fünften und sechsten Klassen des Graf-Münster-Gymnasium vorgelesen. Finanziell Unterstützt wurden die Lesungen durch den Friedrich-Bödecker-Kreis.

Foto: Andreas Harbach

Auch Bücher kann man ausgraben

Claudia Frieser wurde in Sulzbach-Rosenberg geboren. Das liegt ganz in der Nähe von Bayreuth, mit dem Auto braucht man etwas mehr als eine Stunde. Natürlich wurde sie nicht als Autorin geboren. Zunächst macht sie sogar was ganz anderes: Sie studierte Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit in Bamberg und Regensburg. Nach dem Studium arbeitete sie an vielen Ausgrabungen und Forschungsprojekten mit. Als ihre Tochter auf die Welt kam, hatte sie Zeit ihre Ideen in Worte und begann, Kinderbücher zu schreiben. Sie fing an mit dem ersten Buch ihrer Oskar Reihe: “Oskar und das Geheimnis der verschwundenen Kinder“. Natürlich kommt darin aber auch etwas von Friesers Fachwissen über Archäologie und Geschichte vor. Oskar reist mit einer Zeitmaschiene ins mittelalterliche Nürnberg und erlebt dort aufregende Abenteuer.

Gute Ideen

Ihre Ideen bekommt Frieser oft, wenn sie Menschen beobachtet. Deswegen steht ihr Schreibtisch mit Blickrichtung auf die Straße. Wenn ihr nichts einfällt, schnappt sie sich ihr Notizbuch und genießt einen Kaffee. Da kommen die Ideen dann ganz von selbst.

Fakten, Fakten, Fakten

Zu einem Buch über die Vergangenheit gehört auch viel Recherche. Schließlich sollen die geschichtlichen Daten stimmen. Das kann schon mal drei Monate in Anspruch nehmen, sagt Claudia Frieser. Ihr macht das viel Spaß, da das Nachforschen viel Ähnlichkeit zu ihrer früheren Arbeit, der Archäologie hat.

Für wen schreibe ich?

Bevor das schreiben losgehen kann , müssen aber nicht nur Ideen gefunden und Fakten gesammelt werden. Es gilt, noch viele weitere Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel, wer die Zielgruppe des Buches sein soll und zu welcher Zeit genau die Handlung spielen soll. In der Oskar-Reihe möchte Claudia Frieser, dass der Leser mit dem gleichen Wissen über das Mittelalter einsteigt, wie der Hauptdarsteller. Oskar lebt im Heute und reist ins Mittelalter, dadurch ist er über die gleichen Dinge überrascht wie der Leser.

Ein Tipp für die Leser

Ihr merkt schon: Autoren denken viel darüber nach, für wen sie schreiben. Deshalb hat Claudia Frieser auch einen Tipp für euch: „Seid offen für alles, auch für das Fremde“, sagt sie.